Unsere Videoreihe geht weiter. Über die Unterschiede zwischen Set-Up, Handelsstrategie und Handelssystem. Sie erfahren warum es nicht nur auf das richtige Einstiegssignal ankommt, was eine Strategie ausmacht und warum ein Handelssystem alleine nicht reicht.

Oliver Wißmann: „Ja, immer wieder erreicht uns die Frage: „Was für Handelsstrategien sind in Ihrem ganzheitlichen Handelssystem enthalten?“. Wir haben schon einige Handelsstrategien veröffentlicht, entweder auf unserer Website, auf unserem Blog oder auch teilweise bei der Vereinigung technischer Analysten Deutschlands in der Fachpublikation der VTAD-News, zum Beispiel, und wir werden auch weiterhin nach und nach alle Strategien erläutern und Einblick geben.

Ein Handelssignal, weil es gerade hochaktuell ist, denn es kam heute am Montag, den 17. Juni dieses Jahres zu einem Trade, ist die Aktie Henkel. Das Beispiel zeigt auch wie unser Service funktioniert, denn letzte Woche bereits gab es die Ankündigung, heute kam es zur Ausführung. Dieser Trade fußt auf einer unserer fundamentalen Dividendenstrategien. Was heißt das? Diversifikation ist essentiell und immer darauf zu achten. Es geht nicht um einzelne Strategien, sondern immer einzig darum auf sinnvolle ausgewogene Handelssysteme zu achten. Deswegen haben wir auch fundamentale Strategien, beziehungsweise fundamentale Dividendenstrategien kombiniert – automatisiert natürlich – mit technischen statistischen Ansätzen.

Vor diesem Hintergrund wurde nun eben letzte Woche die Aktie angekündigt. Henkel. Warum dieses Signal? Im Wesentlichen ist es folgende Strategie: Der Computer sucht nach Aktien unter fundamentalen Aspekten zuerst, das heißt, er schaut, welche Aktie hat in den letzten fünf Jahren ein EBIT gehabt, das mindestens um 10% pro Jahr gestiegen ist. EBIT ist ein betriebswissenschaftlicher Fachbegriff und steht für „earnings before interest and taxes“ und ist im Grunde das Ergebnis einer Kapitalgesellschaft.

Das System schaut nun: Gibt es eine Aktie, die in den letzten fünf Jahren ein besseres EBIT als es Vorjahr gehabt hat und das für ganze fünf Jahre und zwar um mindestens 10% höher. Das zeigt uns schon mal, dass es um eine Firma geht, die irgendwo ein bisschen Umsätze und Gewinne macht. Dann muss aber noch eine zweite Sache erfüllt sein, und zwar: Hat diese Firma in den letzten fünf Jahren eine immer höhere Dividende an ihre Aktionäre ausgeschüttet? Dividende ist wichtig, denn wir möchten idealerweise die Dividende mitnehmen.

Also scannen unsere Systeme die Aktien, die zugleich neben dieser erstgenannten Bedingung die zweite genannte Bedingung erfüllen, nämlich in den letzten fünf Jahren eine Dividendensteigerung, wo also jedes Jahr mehr Dividende ausgezahlt wurde. Die dritte Bedingung ist dann zusätzlich noch: Ist die erwartete Dividende, die jetzt erwartet wird für das aktuelle Geschäftsjahr, um mindestens 1% – nämlich 1% haben wir für die aktuelle Zeit, weil Sie auf dem Tagesgeldkonto momentan fast nichts bekommen –  deswegen sagen wir, wenn Sie eine 1% sichere Dividende vereinnahmen kannst, ist das schon sehr gut. Das ist die dritte Bedingung, die erfüllt sein muss.

Die vierte Bedingung, die erfüllt werden muss: Das System scannt alle Analystenhäuser, also die ganz Großen von Goldman Sachs, von der Deutschen Bank und so weiter. Und davon müssen mindestens 51% aller Analysteneinschätzungen diese Aktie auf „kaufen“ haben. Wir möchten  partizipieren mit der großen Masse, dass vielleicht auch noch ein Kursschub kommt – das ist die vierte Bedingung. Wenn die Bedingungen alle erfüllt sind, bleibt noch ein kleines Sammelsurium an Aktien übrig, die der Computer auswählt und diese verknüpft er dann mit einer klassischen gleitenden Durchschnitts- und Umsatzstrategie. In dieser wird analysiert, ob die Umsätze ansteigen, in welchem Verhältnis sie umsteigen und in welchen Winkel der gleitende Durchschnitt ist.

Das ist kein Geheimnis, wir nehmen den 200 Tage gleitenden Durchschnitt, ganz normale Einfallgleitende, kein Moving Average, keinen exponentiellen, keinen gewichteten – ein einfacher gleitender Durchschnitt. Dann sehen wir nach ob dieser in einem gewissen Steigungswinkel ist. Zusätzlich muss der Umsatz ansteigen und dann gibt es noch ein-zwei Kleinigkeiten für das Timing, wie befindet sich die Aktie prinzipiell eher in einem Korrekturmodus oder jetzt eher in einem Bewegungsast, gibt es Momentum?

Und wenn Momentum da wieder reinkommt, dann gibt das System den Ausschlag, „Jawohl, jetzt endlich sind die finalen Bedingungen, die fundamentalen Kriterien, die technischen Kriterien, der Umsatz, die Liquidität, das Momentum am Markt kommt rein.“ Da bleiben also von ganz vielen Aktien – wir scannen die ersten 400-500 – drei-vier Aktien maximal übrig in einer Woche. Diese wirft das System aus und dann überprüft nochmals ein Mensch für Sie, ob das auch kein Datenfehler ist, ob alles stimmt, ob das Marktumfeld stimmt oder ob gerade vielleicht eine wichtige politische Wahl ist, denken Sie an Brexit, et cetera.

Und erst dann wird es bei uns im System die Ankündigung freigeschalten und dann kommt es auf Ihr Handy und Sie können sich vorbereiten. So wie bei der genannten Ankündigung zu Henkel: Letzte Woche, Freitag kam die Ankündigung. Sie hatten genügend Zeit, um den Wert zu analysieren, selber zu sehen, abzugleichen mit Ihrem System. Sie konnten sich überlegen, wie viele Stücke möchte ich kaufen von Henkel, wenn es zu diesem möglichen Einstieg käme? Sie konnten sich überlegen:“Wie groß muss mein Risiko, Positionsgröße sein?“ Sie können nochmal genauer die Charts ansehen, können prüfen, ob das vielleicht auch mit Ihrem System oder mit Ihren Überlegungen zusammenfällt oder ob es vielleicht ganz gegensätzlich, was ja vielleicht auch gut ist – Stichwort Diversifikation im eigenen Depot.

Und dann können Sie aber auch noch, Sie haben ausreichend Zeit gehabt, wenn Sie sagen, „Jawohl, das gefällt mir“ bei Ihrem Broker die Order auch eingeben. Als Berufstätiger ist das optimal, weil Sie die Order schon im Vorfeld eingeben können bei Ihrem Broker. Und dann? Was ist passiert? Heute, am Montag, ich meine mich zu erinnern um 16 Uhr herum, kam dann es zur Ausführung. Sie hatten also genügend Zeit und der TRADEofficer hat Sie unterstützt.